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Streuobstprodukte besser vermarkten – Workshop mit regionalen Akteuren

Streuobstwiesen sind wichtige Bestandteile unserer Kulturlandschaft und wertvolle Biotope für die Artenvielfalt. Sie können jedoch nur erhalten werden, wenn eine bessere Verwertung von Streuobst-Produkten gelingt. 

Aus diesem Grund hatten wir im Rahmen eines aus LEADER-Mitteln von Spessart Regional geförderten Projektes  regionale Akteure, die im Bereich Streuobst tätig sind eingeladen, um sich zu vernetzen und gemeinsam Lösungen zur besseren Vermarktung von regionalen Streuobstprodukte zu erarbeiten. Zu dem Workshop im Generationentreff Bad Soden-Salmünster kamen mehr als 30 Akteure aus dem Bereich Streuobst aus dem Main-Kinzig- und dem Wetteraukreis.

 

Agraringenieurin Marion Buley gab den Teilnehmenden zunächst einen umfassenden Überblick über die Streuostbestände im Main-Kinzig-Kreis und nannte Beispiele von bestehenden regionalen und überregionalen Vermarktungen von Streuobstprodukten. Es wurde festgestellt, dass Äpfel ein beliebtes Obst sind, jedoch ein Drittel des Bedarfs importiert wird, während der Begriff Streuobst nicht geschützt ist und innovative Vermarktungsstrategien benötigt werden. Ein Beispiel aus Österreich, „Eva und Adam“ zeigte, wie Streuobstprodukte erfolgreich vermarktet werden können. 

 

Besonders interessant war der historische Rückblick Buleys, der die Entwicklung von der traditionellen Streuobstwirtschaft bis heute beleuchtete. Es wurde deutlich, dass viele Streuobstwiesen in privatem Besitz sind und dass Produktionsmengen stark schwanken, was die Planung einer Vermarktung erschwert.

 

Im Anschluss an den Vortrag wurden in moderierter Gruppenarbeit unterschiedliche Themenschwerpunkte wie „Keltern“ sowie „Tafelobst und sonstige Produkte“ behandelt.

 

Im Workshop „Tafelobst“ wurden Strategien diskutiert, wie man die Motivation zur Pflege und Nutzung von Streuobstwiesen erhöhen kann, etwa durch Genossenschaften und Vereine, da viele Streuobstwiesen im Privatbesitz sind und hier oft die Zuverlässigkeit fehlt, dass das Obst auch geliefert werden kann. Außerdem werden Schulungen zur richtigen Ernte benötigt. Insgesamt ist eine Aufklärung der Kundschaft notwendig. So soll am 5. Oktober beim Glashaus Markt erstes Tafelobst angeboten und verkauft werden. Hierfür gilt es Strukturen, Marke und Kundenansprache zu entwickeln und dann vor Ort zu testen. 

 

Ein weiterer Gedanke sind regionale Netzwerke wie beispielsweise in der solidarischen Landwirtschaft, da die Umsetzung mit großen Einzelhandelsketten viele Herausforderungen und Vorgaben mit sich bringt. 

 

Matthias Metzger, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Main-Kinzig-Kreis und Organisator der Veranstaltung, freute sich über die große Resonanz und die positiven ersten Ergebnisse: „Es macht Mut zu sehen, wie viele engagierte Menschen sich für das Kulturgut Streuobst einsetzen und am Erhalt der noch verbliebenen Streuobstwiesen arbeiten. Aber es sind auch große Herausforderungen zu bewältigen  wie die Klimaveränderungen, die den Bäumen zu schaffen machen sowie die oftmals schwierigen Arbeitsbedingungen zur Erhaltung der Bäume und der Wiesen. Alleine durch eine bessere Vermarktung von regionalem Obst werden wir die Streuobstwiesen nicht retten können, aber sie ist ein wesentlicher Baustein in einem Gesamtkonzept zur Erhaltung dieser wertvollen Biotope“.

Im Rahmen des Projektes sind weitere Veranstaltungen geplant. Am Ende ist  eine Vermarktungsstrategie vorgesehen, die dann in die Praxis umgesetzt werden soll.

 

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Veröffentlichung

Do, 04. Juli 2024

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