Bergwinkelgrün

 
Schäfer, Naturschutz und LPV kooperieren

 

Der Bergwinkel ist als Mittelgebirgs-Landschaft geprägt durch landwirtschaftliche Nutzung, in vielen Bereichen durch Beweidung mit Schafen und anderen Weidetieren, bzw. durch Heumahd für die Winterfütterung der Weidetiere. Diese landwirtschaftliche Nutzung brachte eine große Vielfalt verschiedener und schützenswerter Lebensräume mit magerem Grünland und mit seltenen Tier- und Pflanzenarten hervor. Bemerkenswert sind die Magerrasen auf Kalk und Basalt, sowie Borstgrasrasen im sauren Gesteinsbereich.

Durch Veränderungen in der Landschaft ist vielerorts eine Verschlechterung des schützenswerten Grünlands sowohl in der Quantität als auch in der Qualität zu beobachten. Nutzungsänderungen oder -aufgabe mit Brachfallen und Verbuschungen sind mögliche Ursachen für diese Entwicklung, Intensivierung der Nutzung eine weitere.

Die langfristige Sicherung dieser Lebensräume setzt die fortdauernde Nutzung in möglichst günstiger Weise für die Arten- und Lebensraumvielfalt voraus. Schäfereibetriebe und andere Betriebe mit Beweidung in der Region sind dabei seit geraumer Zeit wichtige Partner des Naturschutzes.

Um die Situation nachhaltig positiv zu beeinflussen, wird im neuen Projekt eine Analyse durchgeführt, die einerseits die betriebliche Lage der bewirtschaftenden Schäfereibetriebe, andererseits den aktuellen Zustand der relevanten Flächen aus ökologischer Sicht berücksichtigt. Die Schäfer werden dazu befragt, wie die Bewirtschaftung der einzelnen Flächen genau stattfindet, wie sie ihre Zukunft-Chancen in diesem Wirtschaftsbereich sehen, und welche Unterstützung sie bekommen, bzw. sich wünschen.

Die aus Biotopkartierung und Schutzwürdigkeitsbeschreibungen bekannten wertvollen Grünlandflächen werden in die Analyse einbezogen. Es wird der Frage nachgegangen, welche besonderen Flächen bereits in dem Bewirtschaftungsgebiet des jeweiligen Landwirtes liegen und geprüft, ob bisher nicht bewirtschaftete Flächen in den Betrieb integriert werden können.

In die Analyse fließen Aussagen aus einer Arbeit von 1994 ein, die wesentliche Parameter zu diesen Fragestellungen unter den damaligen Konditionen untersuchte.

Es sollen mit dem Konzept Grundlagen erarbeitet werden, die den effizienten Einsatz von Betriebsressourcen einerseits und von Finanzmitteln zur umfassenden Pflege und Entwicklung der schützenswerten Lebensräume andererseits optimieren.

Das zu erstellende Konzept soll Modellcharakter haben. Es soll die naturschutzfachlich angepasste Bewirtschaftung von hochwertigen Agrarumwelt- und Natura-2000 Flächen verbessern und mit den notwendigen betriebswirtschaftlichen Ausrichtungen der Schäfereibetriebe koppeln. So wird eine bessere Nachhaltigkeit bei der Bewirtschaftung der wertvollen Flächen gewährleistet.

Das Konzept wird finanziert über das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM). Antragsteller ist ein Schafhalterbetrieb aus Schlüchtern-Breitenbach, weitere Tierhalter aus Schlüchtern sind mit dabei und auch der Nabu Steinau unterstützt das Vorhaben. Ausgeführt wird die Studie durch den Landschaftspflegeverband.