„Artenhilfsprojekt Wendehals“: Bruterfolge zu vermelden

02.10.2016

Im „Artenhilfsprojekt Wendehals“ unterstützt der Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis ein Netz aus ehrenamtlichen Betreuern, welche speziell für die Ansprüche des Wendehalses gefertigte Nistkästen aufhängen und kontrollieren. Nun,  im zweiten Projektjahr, können Bruten bei den selten gewordenen Spechten verzeichnet werden.

 

Der Wendehals (lateinisch: Jynx torquilla) ist eine Spechtart, die sich fast ausschließlich von Ameisen ernährt. Er bevorzugt deshalb offene oder halboffene Landschaften, wie Streuobstwiesen. Als einziger europäischer Specht zieht er als Langstreckenzieher zum Überwintern in wärmere Gefilde, bevor er Ende April in unsere Breiten zurückkehrt, um sein Brutgeschäft zu beginnen. Zum Brüten nutzt er bereits von anderen Spechten angelegte Höhlen oder vergleichbare künstliche Höhlen. Zur Balz und Brut können Geübte den Wendehals leicht an seinem eindeutigen Gesang erkennen, auch singen Männchen und Weibchen gern im Duett zur Revierabgrenzung.

Die Bestände des Wendehalses sind in Mitteleuropa seit Jahren stark rückläufig, was zum großen Teil am Verlust des Lebensraumes liegt. Das Ausräumen der Landschaft, geänderte landwirtschaftliche Kulturmethoden oder der Einsatz von Bioziden setzen den Beständen zu, in Deutschland schätzt man mit weniger als 10 000 Brutpaaren.

Der Landschaftspflegeverband bringt mit dem „Artenhilfsprojekt Wendehals“ diejenigen zusammen, die Hinweise auf den seltenen Specht im Kreisgebiet in den letzten Jahren gesammelt haben und führt sie in einem Betreuernetz zusammen. Insgesamt beteiligen sich an die 30 Personen im Projekt, sammeln Hinweise wie Sichtungen oder Verhöre und hängen an geeigneten Stellen Nistkästen auf. Die Nistkästen sind speziell an die Bedürfnisse des Wendehalses angepasst.

Die Bruthöhlen, die im Projekt verwendet werden, fertigt das Jugendhilfezentrum Don Bosco in Sannerz an. Die Finanzierung konnte aus Mitteln der Ausgleichsabgabe über die Untere Naturschutzbehörde realisiert werden. Mittlerweile hängen im Kreisgebiet 100 Nistkästen, die von den Betreuern jährlich vor Brutbeginn gesäubert und kontrolliert werden. Zur Brutzeit im Mai halten sie Ausschau nach Hinweisen auf die Nutzung durch den Wendehals. Je nach klimatischen Bedingungen wird auch auf Zweitbruten kontrolliert. In diesem Jahr kann das Projekt zwei Bruten auf den Streuobstwiesen der Ökologischen Forschungsstation Schlüchtern nachweisen und eine Brut im Freigericht.

Wenn Sie sich im Projekt engagieren oder weitere Informationen zum Projekt wünschen, kontaktieren Sie uns per E-Mail an info@lpv-mkk.de.